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Stickpraxis & Materialien Redaktion Stickmaschine Profi · Stand

Sticktechniken für florale Motive: Stiche im Überblick

Inhalt 9 Abschnitte

Für Blumen reichen wenige Stiche, wenn man ihre Aufgabe kennt: Linien führen, Flächen füllen, Punkte setzen. Dieser Ratgeber ordnet die gängigen Stiche für florale Motive nach genau dieser Aufgabe, nennt Material und Ablauf und zeigt, wie sich dasselbe Motiv für die Stickmaschine übersetzen lässt. Eine Rangliste gibt es nicht. Welcher Stich passt, hängt vom Motiv, vom Garn und von der gewünschten Wirkung ab.

Welcher Stich für welchen Pflanzenteil

PflanzenteilÜblicher StichWirkung
Stiele und RankenStielstich, RückstichDurchgehende Linie, die Kurven mitmacht
Blütenblätter, BlätterPlattstichGlatte, glänzende Fläche
Blütenmitte, KnospenKnötchenstichKleine, erhabene Punkte
Einfache BlütenMargeritenstichTropfenförmige Blätter um eine Mitte

Linien: Rückstich und Stielstich

Der Rückstich besteht aus lückenlos aneinander gesetzten Stichen. Man sticht ein Stück vor, geht an der Unterseite weiter und kehrt mit dem Stich zum Ende des vorigen zurück. So entsteht eine feste, glatte Linie. Er eignet sich für Konturen und gerade Stiele.

Der Stielstich arbeitet mit leicht überlappenden Stichen, die einen schräg gedrehten Strang ergeben. Er bildet Kurven weicher ab als der Rückstich und ist darum für Ranken und gebogene Stiele die übliche Wahl. Halten Sie den Faden dabei immer auf derselben Seite der Nadel, sonst wechselt die Struktur.

Flächen: Plattstich für Blütenblätter

Beim Plattstich liegen Fäden dicht nebeneinander und füllen die Form. Damit die Fläche glatt wirkt, richten Sie die Stiche entlang der Blattachse aus und beginnen in der Mitte. Eine Kontur aus feinem Vorstich oder Stielstich unter dem Plattstich gibt dem Rand Halt und etwas Höhe. Lange Stiche hängen leicht durch. Bei großen Blütenblättern teilen Sie die Fläche besser in zwei Hälften.

Punkte und kleine Formen

Der Knötchenstich (Französischer Knoten) entsteht, indem der Faden ein- oder zweimal um die Nadel gewickelt wird, bevor man wieder einsticht. Mehr Windungen ergeben einen größeren Knoten. Er ist die klassische Lösung für Blütenmitten, Staubgefäße und Blumenknospen.

Der Margeritenstich, im Englischen Lazy Daisy, setzt eine Schlaufe, die mit einem kleinen Stich am Ende festgehalten wird. Fünf bis acht solcher Schlaufen im Kreis ergeben eine einfache Blüte. Mit einem Knötchen in der Mitte wirkt sie vollständiger.

Material

  • Stoff: Leinen oder Baumwolle in mittlerer Stärke lässt sich gut im Rahmen spannen. Sehr dehnbare Stoffe brauchen ein aufgebügeltes Vlies.
  • Garn: Mehrfädiges Stickgarn lässt sich teilen. Wenige Fäden ergeben feine Linien, mehr Fäden deckende Flächen. Wolle gibt Blumen ein weicheres Aussehen.
  • Nadel: Das Öhr muss die gewählte Fadenzahl aufnehmen, die Spitze zum Stoff passen.
  • Farben: Pro Blüte zwei bis drei Töne eines Farbbereichs bringen Tiefe, ein dunklerer Ton für den Schatten, ein hellerer für das Licht.

Dasselbe Motiv mit der Stickmaschine

Die Stiche der Handstickerei haben ihre Entsprechungen in der Maschine: Linien werden Lauf- oder Dreifachlaufstiche, Flächen Satin- oder Füllstiche, Punkte kleine Stichgruppen. Ein Knötchenstich im eigentlichen Sinn lässt sich nicht nachbilden, er wird als kleiner Satinpunkt dargestellt. Plattstich-ähnliche Verläufe gelingen in Sticksoftware gut, wenn Stichrichtung und Dichte passen. Mehr dazu in unserer Anleitung zum Digitalisieren mit Sticksoftware. Bei der Maschine stabilisiert ein Vlies den Stoff, und ein Probestick auf einem Reststück zeigt, ob die Dichte stimmt.

Einstieg und Fehler

  1. Motiv mit auswaschbarem Stift leicht aufzeichnen.
  2. Zuerst Stiele und Konturen, dann Flächen, zuletzt Punkte.
  3. Fäden nicht zu stramm ziehen, sonst wirft der Stoff Falten.
  4. Fadenenden auf der Rückseite vernähen und nicht über helle Flächen ziehen.
  5. Ein unsauberer Stich ist kein Drama. Aufziehen und neu setzen kostet wenig Zeit.

Weitere Anleitungen

Einen allgemeinen Einstieg bietet die Anleitung zu Sticktechniken für Anfänger. Weitere Stilrichtungen zeigt der Artikel Japanische Sticktechniken.

Häufige Fragen zu Blumenmotiven

Welcher Stich eignet sich für Blütenblätter?

Meist der Plattstich, weil er eine glatte Fläche ergibt. Bei sehr großen Blättern teilen Sie die Fläche, damit die Fäden nicht durchhängen.

Wie unterscheiden sich Rückstich und Stielstich?

Der Rückstich ergibt eine glatte, lückenlose Linie und passt für Konturen. Der Stielstich überlappt leicht und wirkt gedreht. Er folgt Kurven besser und passt für Ranken.

Wofür nutze ich den Knötchenstich?

Für Blütenmitten, Knospen und Staubgefäße. Die Zahl der Windungen um die Nadel bestimmt die Größe des Knotens.

Lassen sich Blumenmotive auch mit der Stickmaschine sticken?

Ja, mit Lauf-, Satin- und Füllstichen. Knötchenstiche lassen sich nur annähern. Ein Probestick auf einem Reststück zeigt, ob Dichte und Vlies zum Stoff passen.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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