Fadenspannung, Ober-/Unterfaden Redaktion Stickmaschine Profi · Stand
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Beim Maschinensticken müssen Oberfaden und Unterfaden im Gleichgewicht stehen. Der Oberfaden wird durch Spannungsscheiben, Fadenhebel und Nadel geführt, der Unterfaden kommt aus der Spule in der Spulenkapsel. Beide Fäden verschlingen sich im Stoff. Stimmt das Verhältnis der Spannungen nicht, zeigt sich das sofort im Stickbild: Schlaufen, Fäden an der falschen Seite, Falten oder Fadenrisse. Dieser Artikel erklärt, wie die Spannung zusammenhängt, woran man Fehler erkennt und wie man systematisch vorgeht.
So arbeiten Ober- und Unterfaden zusammen
Die Nadel zieht den Oberfaden durch den Stoff nach unten. Der Greifer fängt die Schlinge, führt sie um die Unterfadenspule und zieht sie wieder zurück. So entsteht die Verschlingung. Bei einem guten Stickbild liegt die Verschlingung in der Stoffmitte oder leicht darunter: Von oben sieht man nur Oberfaden, auf der Rückseite überwiegend Unterfaden.
Als Faustregel für Satinstiche gilt, dass auf der Rückseite in der Mitte ein Streifen Unterfaden sichtbar ist, flankiert von Oberfaden an beiden Rändern. Das ist ein Anhaltspunkt, keine feste Vorgabe. Maßgeblich bleiben das Handbuch und das Ergebnis auf Ihrem Stoff.
Fehlerbilder und ihre Ursachen
| Beobachtung | Häufige Ursache |
|---|---|
| Unterfaden ist oben im Stickbild sichtbar | Oberfadenspannung zu fest oder Unterfaden zu locker |
| Oberfaden zieht auf der Rückseite Schlaufen | Oberfaden zu locker, falsch eingefädelt oder Garn läuft nicht frei |
| Stoff wellt sich, Motiv zieht zusammen | Oberfaden zu fest, Stoff zu locker oder zu wenig Vlies |
| Oberfaden reißt oder franst | zu hohe Spannung, stumpfe oder falsche Nadel, minderwertiges Garn |
| Fadensalat unter der Stichplatte | Oberfaden nicht richtig in den Spannungsscheiben |
Falsches Einfädeln ist eine der häufigsten Ursachen, die nach einer Spannungsstörung aussehen. Fädeln Sie deshalb bei jedem Fehler zuerst neu ein, bevor Sie die Spannung ändern. Ausführlicher zu Oberfadenproblemen: Stickmaschine: Oberfaden reißt, Ursachen und Lösungen.
Oberfadenspannung einstellen
Die Oberfadenspannung ist die Stellschraube, die im Alltag am häufigsten angepasst wird. Es gibt keinen Wert, der immer stimmt, weil Skalen je Maschine verschieden sind und Garn, Nadel und Stoff mitwirken. Vorgehen:
- Nadel prüfen: Sie sollte für die Stickerei geeignet, ungebogen und frisch sein.
- Oberfaden neu einfädeln, dabei den Faden sicher zwischen die Spannungsscheiben bringen.
- Unterfaden und Spulenkapsel kontrollieren, siehe unten.
- Auf einem Reststück desselben Stoffes mit demselben Vlies ein Probemotiv oder einen Satinstreifen sticken.
- Die Spannung in kleinen Schritten ändern und nur eine Sache auf einmal.
Eine ausführliche Anleitung bietet der Beitrag Oberfadenspannung richtig einstellen. Sind Schlaufen im Oberfaden das Problem, hilft Oberfaden-Schlaufen vermeiden.
Garn, Nadel und Material beeinflussen die Spannung
- Garn: Metallic- und sehr glatte Garne reagieren empfindlicher und brauchen oft etwas weniger Spannung und einen guten Fadenlauf. Rayon und Polyester verhalten sich unterschiedlich.
- Nadel: Eine zu dünne Nadel für das Garn erhöht die Reibung im Nadelöhr. Eine stumpfe Nadel verursacht Fadenrisse und Auslasser.
- Stoff und Vlies: Dicke, dehnbare oder sehr feine Stoffe verändern, wie viel Faden eingezogen wird. Ein passendes Vlies hält den Stoff stabil.
- Stickdatei: Sehr dichte Motive belasten den Faden stärker; dann hilft eine geringere Dichte in der Software.
Unterfaden und Spulenkapsel
Die Unterfadenspannung wird an der Spulenkapsel über eine kleine Feder und Schraube geregelt. Sie wird nur selten verändert, weil kleine Drehungen große Wirkung haben. Zuerst sollten Sie klären, ob die Spule gleichmäßig gewickelt ist, der Faden richtig durch die Feder der Kapsel läuft und sich in Kapsel und Greiferraum keine Flusen befinden. Erst danach, und nur nach den Angaben im Handbuch, ändern Sie die Kapselspannung, und zwar um kleine Beträge. Notieren Sie sich die Ausgangsstellung. Manche Maschinen sind für eine bestimmte Unterfadenstärke ausgelegt; dann gehört die Einstellung zu den Herstellervorgaben.
Bei Problemen mit dem Unterfaden helfen die Beiträge Unterfaden kommt nicht hoch und verhedderter Unterfaden: Ursachen und Lösungen.
Kurz zusammengefasst
Erst Einfädeln, Nadel, Garn und Sauberkeit prüfen, dann an der Oberfadenspannung drehen, die Unterfadenspannung nur zuletzt und nach Handbuch. Jede Änderung wird auf einem Reststück gegengeprüft.
Häufige Fragen zur Fadenspannung
Woran erkenne ich eine falsche Fadenspannung?
Unterfaden auf der Oberseite, Schlaufen auf der Rückseite, Fältchen im Stoff oder ein gerissener Oberfaden deuten darauf hin. Prüfen Sie aber zuerst das Einfädeln, denn das ist die häufigste Ursache.
Muss ich die Unterfadenspannung regelmäßig verstellen?
In der Regel nicht. Meist genügt es, die Oberfadenspannung anzupassen. Die Spulenkapsel stellen Sie nur nach Handbuch und in kleinen Schritten ein.
Gibt es einen festen Wert für die Spannung?
Nein. Die Skala unterscheidet sich je Maschine, und Garn, Nadel, Stoff und Vlies beeinflussen das Ergebnis. Ein Probestück zeigt, ob die Einstellung passt.
Kann die Nadel die Spannung beeinflussen?
Ja. Eine stumpfe, verbogene oder zu dünne Nadel erhöht die Reibung am Faden und führt zu Rissen oder Auslassern. Ein frischer Nadelwechsel gehört deshalb zu jeder Fehlersuche.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu